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Sam – Fünf Fragen an Florence Jung
TechTalk: Was bedeutet Open Source?
Sam. Florence Jung

Einblicke: Sophia Schomburg über A Fragment of Eden

Sophia Schomburg hat sich für den „Offene Welten“ Blog auf den Weg durch die Innenstadt Hannovers gemacht, um „A Fragment auf Eden“ zu erkunden. In diesem Erfahrungsbericht schreibt sie darüber, was sie dabei erlebt hat. Und hat einen Tipp für alle, die die Ausstellung auch sehen möchten.


Bevor meine Tour durch Hannover beginnt, lade ich mir auf der Website der Kestner Gesellschaft die App „A Fragment of Eden“ herunter, die auf der Website unter der gleichnamigen Ausstellung verlinkt ist. Sie ist sowohl für IOS als auch für Android kostenlos verfügbar. Nachdem die App nun auf meinem Smartphone erscheint, öffne ich sie.
Da ich meine Tour direkt beginnen möchte, klicke ich unten im Menü auf das Feld „Karte“. Auf der Karte wird mir mein aktueller Standort angezeigt und wo sich die vier Installationen befinden.


Die nächstgelegene Skulptur von meinem Standpunkt aus ist das Werk „Alien Species“ der Künstlerin Nike Kühn. Wenn ich in der Karte auf das Symbol von „Alien Species“ klicke, zeigt die App mir den genauen Standpunkt an und navigiert mich direkt dort hin. Also radele ich los und bin gespannt, was mich erwartet. Es ist angenehm, durch die Straßen geführt zu werden und es fühlt sich an wie eine kleine Entdeckungsreise.


Da ich nun nicht mehr weit weg und an einem Park angekommen bin, stelle ich mein Fahrrad ab und gehe das letzte Stück zu Fuß. Je näher ich dem mir noch unbekannten Objekt komme, desto aufmerksamer betrachte ich meine Umgebung und halte Ausschau.
Ein größerer Gegenstand, interessant geformt, taucht am Ende des Weges auf. Als ich näher herankomme, wird mir allerdings klar, dass es sich um ein standardisiertes öffentliches Sportgerät handelt. Amüsiert über diesen Täuschungsmoment, wende ich mich ab und mein Blick fällt auf ein graues altes Auto, das verlassen unter einem riesigen Baum steht. Es wirkt deplatziert und auch fast ein bisschen so, als ob etwas Illegales dahinter stecken könnte.


Langsam nähere ich mich und stelle fest, dass in dem Auto Pflanzen wachsen. Mir fällt ein kleines Schild am Boden neben dem Auto auf. Neben dem Titel und einem kurzen Text zu dem Werk, befindet sich darauf auch der QR-Code, der zu der App führt, die ich bereits habe. Die App öffne ich jetzt nochmals und rufe den Chat mit „Alien-Species“ auf. Das Objekt beginnt sofort mit mir zu kommunizieren, stellt sich vor, fragt mich wie ich heiße und erzählt mir wissenswerte Fakten über die Pflanzen, die seinem Innenraum wachsen. Zum Beispiel, dass sie als Neophyten bezeichnet werden: eingewanderte Pflanzenarten, die als Eindringlinge gelten und bekämpft werden, um die Artenvielfalt vor Ort zu erhalten.


Auf dem Weg zum nächsten Ort bin ich in Gedanken noch bei den Neophyten, und hoffe, so wie auch das Objekt „Alien Species“ selbst, dass es bald regnen wird, damit die Pflanzen genug Wasser bekommen.
Auch an den anderen Stationen chatte ich gerne mit den Objekten und erfahre zum Beispiel beim „Insektenhotel“ von Malte Taffner eine Menge über die Vegetation in der Umgebung. Ich werde auch selbst aufgefordert zu schauen, ob Blumen blühen, die Insekten anlocken und welche Pflanzenarten ich erkennen kann. Durch die Interaktion verwandeln sich die Objekte von rein visuell erfahrbaren Skulpturen zu lebendig erscheinenden Charakteren.


Am Ende bin ich ziemlich froh, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, denn die Distanzen zwischen den Ausstellungsorten wären zu Fuß teilweise sehr lang. Insgesamt bin ich mit dem Rad fast 2 Stunden unterwegs in Hannover, um mir alles anzusehen. Aber abgesehen davon ist es toll, dass die Kestner Gesellschaft sich mit „A Fragment of Eden“ in den öffentlichen Raum erweitert.


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